arnulf rohsmann

regina hübner / forschung und eros

(Translations in French and English below)

 

1.

 

dear cell ist eine persönliche annäherung an etwas, das im eigenen und im anderen körper und in jedem organismus ist, das man aber nicht, oder auf unterschiedlichen ebenen kennt.

 

zum einen ist es zu klein und meist verborgen und es kann nur apparativ oder medial vermittelt werden. zum anderen ist es ein steuerungsinstrument, das auch durch das nicht-erkennen wirksam wird; es arbeitet auch unabhängig davon, ob es erkannt oder ignoriert wird durch ein beobachtendes subjekt.

 

es spielt keine rolle, ob es im anorganischen oder im organischen bereich agiert, in der lichtempfindlichen selenzelle, oder in der fettempfindlichen leberzelle. die eine ist ein speicher- oder regulationsmedium mit einem potentiellen zellerinnerungsvermögen, die andere kann autointelligente qualitäten entwickeln, indem sie befehle lanciert, die man ihr nicht erteilt hat.

 

als gegenstand des interesses wird es durch das attributive dear zum gegenstand eines möglichen dialoges mit einem optisch, chemisch, mathematisch nachweisbaren objekt, zu dessen unmittelbarer wahrnehmung das menschliche sensorium nicht ausreicht.

 

das vorerst amikale interesse schlägt um in einen forschungs-imperativ, der begleitet wird von einem forschungs-eros.

 

der forschungs-imperativ ist häufig gesteuert durch den auftraggeber, wie es in den pragmatischen wissenschaften der fall ist. teils folgt er dem eigenen interessensdruck des forschenden.

 

der forschungs-eros hat einen diffusen impetus. er tastet das beobachtungsfeld ab, verdichtet dann selektiv die interessen und macht den gegenstand der beobachtung zum objekt der begierde. das ist die entscheidende mutation.

 

2.                                                       

 

die visuelle forschung beruht auf dem schauen, welches zuerst unpragmatisch und ohne explizites forschungsziel zu sein scheint.

 

die reflektive forschung ist auf bestehendes zentriert, also retrospektiv.

 

die visuelle forschung ist auf die erfassung aktueller sachverhalte ausgerichtet. die visuelle umsetzung bedient sich eines konstruktiven systems, wenngleich dieses nicht sofort vom betrachter erkannt werden und dechiffriert werden muss, wie bei einigen werken von regina hübner.

 

die visuelle forschung unterliegt bis zu ihrer transformation in ein bild-produkt einem höheren unschärfegrad, weil sie non-verbal und nicht diskursiv vorgeht. das stadium der fixierung der aussage tritt bei ihr später ein.

 

die visuelle forschung ist eine projektive forschung. sie behält sich einen hohen grad an offenheit der thematik und der artifiziellen formulierung vor, denn sie macht das unbekannte zu ihrem anliegen. in der folge steht sie vor dem problem das unbekannte und teilweise immaterielle in einer konkreten visuellen aussage zu materialisieren.

 

die naturwissenschaftliche forschung beobachtet meist einen gegenstand, den es bereits gibt; ausnahmen sind zum beispiel eine bakterienkultur oder das zellwachstum; sie werden im entstehen verfolgt.

 

die visuelle forschung dagegen erzeugt einen gegenstand, den es noch nicht gibt und beobachtet ihn in statu nascendi.

 

da wirkt ein impetus vor dem entwurf und vor der analyse. er treibt das schwungrad der forschung an, bevor es sich dreht. das ist ein antagonismus.

 

es existiert ein verborgener stau des noch nicht formulierten, sei es visuell, sei es diskursiv, sei es in formeln.

 

der vorgedankliche stau beruht auf der begegnung mit dem vorerst unbekannten. er evoziert die lust an der entwicklung des vielleicht kommenden. forse che sì, forse che no.

 

3.

 

dear cell beschreibt die emotionale und die dialogische komponente dieses werks von regina hübner.

 

die emotionale besteht im vorsichtigen appell und der erwartung des rapports; die dialogische bezieht sich auf einen privaten brief an einen vorläufig nicht öffentlichen adressaten, dessen antwort fiktiv und nur erahnbar bleibt, oder die antwort konstruiert.

 

der dialog endet mit dem wunsch nach seiner zweiten hälfte, der antwort. das ist die contradictio in adverso. gerade sie garantiert das projektive fragen in der wissenschaft. dies widerspiegelt das system der offenen forschung im erahnen des reflexes des objekts.

 

der adressat ist die zelle, aber welche? die auswahl ist gross.

 

er ist am beginn nur kategorial ansprechbar, bestenfalls im bereich der vermuteten normenbildung. erst das abweichen von der norm und der standard-darstellung ermöglicht die individualisierung und damit die präzisierung des focus auf den adressaten.

 

die frage ist: was kann den spielraum zwischen der konkreten frage im brief und der fiktiven antwort soweit im positiven sinn verengen, dass er diskursfähig wird.

 

mit der gesendeten nachricht im brief ist die kugel aus dem lauf und kann nicht mehr gesteuert werden. im besten fall findet sie gewaltlos einen freien landeplatz mit resonanzwilligem potential auf der selben sprachebene.

 

die erwartete antwort kann diskursiv oder verkürzt formelhaft erfolgen; sie ist nicht überprüfbar, aber erweitert neue startplätze.

 

sie ist der wunsch des senders und zugleich der rest von poesie in der forschung. sie ist das non finito der wissenschaft. das finito wäre die stagnation.

 

die erwartete antwort ist eine offene antwort, weil es nicht möglich ist, sie vollständig zu formulieren und zu verifizieren. dazu ist der zur antwort erwünschte partner sehr weit definiert und an der grenze zu einem anonymus.

 

die offene antwort macht es möglich straflos weiter zu denken, jenseits der macht der institutionen.

 

wie schnell vollzieht sich die visuelle forschung und wie ist ihr übergang zur diskursiv vermittelbaren forschung und welche sind die instrumente des überganges?

 

welche sind die strategien der brauchbarkeit visueller argumente für diskursive argumente. bleibt die rhetorik oder bleibt das bild. womit kommen wir weiter? weder ist das fixierte bild undeutlich, noch das wort.

 

der forschungs-eros ist das herannahen an einen zuerst neutralen, dann liebevoll beobachtbaren gegenstand. er kann in einen gegenstand der aneignung übergehen, ohne dass es eine positive bestätigung gibt und kein gegenseitiges einverständnis. das heisst, der beobachtete gegenstand hat keine möglichkeit zur widerrede und ist im status potentieller vergewaltigung. die wäre das ende des eros.

 

der eros ist, was den forschenden hin zieht, den naturwissenschaftlichen und den visuell zentrierten, egal. er ist stets vorwärts und nie retro; er ist ein prozess in der wissenschaft. die suche nach einem vorläufigen forschungsziel ist kleinbürgerlich. das ziel erneuert sich durch einen selbstauftrag des forschenden. ausserdem existiert er nicht allein auf der intellektuellen ebene, welche nur einen bruchteil der existenziellen ebene ausmacht.

 

der forschungs-eros enthält eine endogene komponente und vielleicht auch eine autoerotische komponente; sie besteht an der lust der selbstentwicklung.

 

die endogene komponente sucht einen auftraggeber, den sie selbst formulieren muss; in der exogenen komponente entgleitet der auftrag und verselbständigt sich im agens des forschungs-eros.

 

dieser lustfaktor ist bestimmt durch das abtasten von möglichkeiten und durch den vorläufigen verzicht auf entscheidungen. das suchen, kombiniert mit dem finden, begründet die lust. das ziel kommt später.

 

je nach disziplin kann das ziel in einer eindeutigen formulierung enden oder in der darstellung von varianten.

 

 

in den konventionellen naturwissenschaften ist die stringente formulierung das ideal; die visuelle forschung kann gleichwertige lösungsvorschläge als serien anbieten, weil es nicht nur eine wahrheit gibt, oder was wir dafür halten. ausserhalb der serie kann nur eine einzige visuelle lösung übrig bleiben. am schluss steht das bild / der film / der text / die formel. die varianten waren vorher; sie waren ein weg durch den lustgarten

 

Arnulf Rohsmann, forschung und eros, 2019.

 

Kunsthistoriker und Wissenschaftsautor. Professor an den Universitäteten Graz, Klagenfurt und Linz, Direktor der Kärntner Landesgalerie von 1987 bis 2002. Neben zahlreichen Publikationen, Autor von Manifestationsmöglichkeiten von Zeit in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts, Olms und von Zeit/Los, Zur Kunstgeschichte der Zeit, Kunst Halle Krems, Dumont.

Arnulf Rohsmann

regina hübner / recherches et éros

1.

 

dear cell est une approche intimiste de cette réalité si nébuleuse et si familière présente dans notre corps comme dans l’organisme de tout un chacun, dans tout corps organique en fait.

 

trop petite et souvent cachée aux regards, toute intermédiation directe est exclue, hormis moyennant un appareil ou un dispositif médiatique ; outil de pilotage aussi, elle est efficace mais méconnue ; qu’elle soit appréhendée ou ignorée par le sujet scrutateur : elle remplit sa tâche.

 

qu’elle agisse dans un milieu anorganique ou organique, dans une cellule de sélénium sensible à la lumière ou un hépatocyte spécialisé en néoglucogenèse – peu importe. l’une remplit une fonction de stockage, de régulation et potentiellement de mémorisation, l’autre a des qualités smart : elle peut donner des ordres de son propre chef.

 

par le truchement de l’attribut dear, elle passe du statut d’objet de l’intérêt à celui d’objet d’un dialogue - envisageable grâce à n’importe quel intermédiaire optique, chimique, mathématiquement avéré - car elle dépasse les capacités sensorielles de l’être humain incapable de détecter son immédiateté.

 

ce premier intérêt plutôt bienveillant se mue ensuite en une pulsion investigatrice, doublée d’éros.

 

cet impératif investigateur est habituellement piloté par un commanditaire : scénario classique des sciences pragmatiques. parfois cependant il obéit aux propres intuitions du chercheur.

 

l’éros investigateur est porté par un élan flottant. il tâtonne et sonde le champ de son observation, il synthétise soigneusement les points d’intérêt et transforme ainsi l’objet de l’observation en objet du désir. c’est une étape décisive de la mutation.

 

2. 

                                                      

la recherche visuelle dépend du regard inquisiteur qui, dans un premier temps se fie à ses partis pris, suit ses intuitions ; il n’a pas d’objectif catégorique de recherche.

 

la recherche réflective se centre sur l’existant, elle est donc rétrospective.

 

la recherche visuelle essaye d’appréhender des contenus objectifs actuels. sa réalisation visuelle utilise un système structuré même s’il n’est pas forcément tout de suite reconnu ni décrypté en tant que tel par l’observateur ; cela vaut d’ailleurs aussi pour d’autres œuvres de regina hübner.

 

jusqu’à sa transformation en un produit-image, la recherche visuelle est soumise à un degré supérieur de floutage : elle procède de manière non verbale et non discursive. l’étape de fixation de l’affirmation ne se produit que plus tard.

 

la recherche visuelle est la recherche d’un projet. elle veille à se préserver un grand degré d’ouverture sur la thématique et sa formulation artificielle : son intention, c’est de s’approprier l’inconnu. par la suite, elle devra trouver une solution pour matérialiser l’inconnu et ce qui est partiellement immatériel, en une affirmation concrète et visuelle.

 

la plupart du temps, la recherche scientifique observe un objet préexistant (sauf par exemple pour les cultures bactériennes ou encore la croissance cellulaire) ; elle observe son évolution.

 

la recherche visuelle en revanche crée un objet qui n’existe pas encore et l’observe in statu nascendi.

 

avant toute projection, avant toute analyse, il y a une impulsion qui donne un élan à la recherche, à l’instar d’un volant d’inertie encore immobile. c’est antagonique.

 

il se produit comme un engorgement secret de ce qui n’a pas encore été formulé – soit de manière visuelle ou discursive, soit par une formule.

 

cette accumulation anté-réflexive repose sur une rencontre avec ce qui n’est pas encore connu. elle suggère l’envie de développer ce qui va peut-être advenir - forse che sì, forse che no.

 

3.

 

dear cell décrit la composante émotionnelle et dialogique de cette œuvre de regina hübner.

 

la composante émotionnelle n’est qu’une timide invitation, l’attente du rapport ; la composante dialogique évoque un courrier privé, une lettre à un destinataire resté inconnu du public ; sa réponse est soit fictive et à peine perceptible, soit elle est déterminante.

 

le dialogue se termine sur le désir de sa moitié : la réponse. la contradictio in adverso garantit le questionnement projectif de la science. Pressentir le reflet de l’objet traduit le système de recherche ouverte.

 

le destinataire, c’est la cellule, mais laquelle ? Embarras du choix.

 

au début, le choix se décline exclusivement sous forme de catégories, dans le meilleur des cas en essayant d’établir une norme. seules la déviation à la norme et la standardisation permettent l’individualisation et donc l’ajustement de la focale sur la cible.

 

le défi, c’est d’arriver à réduire l’espace entre l’interrogation concrète contenue dans la lettre et la réponse fictive afin de le rendre dicible.

 

à partir de l’envoi du message par courrier, la bille s’est mise à rouler, rien ne peut plus l’influencer. dans le meilleur des cas, elle parvient sans anicroche à trouver une piste d’atterrissage, potentiellement prête à résonner sur le même niveau de langage.

 

la réponse attendue peut être discursive ou aussi courte qu’une formule ; il est impossible de vérifier son exactitude, mais elle ouvre de nouveaux points de départ.

 

la lettre résume le projet de l’expéditeur : elle est en quelque sorte le dernier vestige lyrique que l’on peut encore trouver dans la recherche. le non finito de la science en quelque sorte. le finito serait synonyme de stagnation.

 

la réponse attendue est ouverte : il est impossible de la formuler jusqu’au bout ni de la vérifier. la définition du partenaire désiré pour la réponse est très vague - aux confins de l’anonymat.

la réponse ouverte permet en toute impunité de continuer à penser, en faisant fi de la puissance des institutions.

 

à quelle vitesse se produit la recherche visuelle ? et quelle est la passerelle qui permet d’arriver à une recherche analysable ? quels outils sont nécessaires pour ce passage ?

 

comment démontrer l’utilité d’arguments visuels pour l’argumentation analytique ? est-ce la rhétorique qui demeure ou l’image ? qu’est-ce qui fait avancer ? l’image visualisée, tout comme le mot, est limpide.

 

l’éros de la recherche, c’est s’approcher d’un objet qui est neutre tout d’abord, puis que l’on observe affectueusement. il peut devenir l’objet de l’appropriation sans qu’il y ait assentiment ni accord réciproque. cela signifie que l’objet observé n’a aucune possibilité de s’opposer, il est dans un état de viol potentiel. ce qui signerait la fin de l’éros.

 

l’éros, c’est ce qui attire le chercheur - chercheur visuel ou chercheur scientifique, qu’importe. il est toujours tourné vers l’avenir, jamais rétrospectif ; il n’est qu’un élément du rouage scientifique. quelle déchéance de devoir être en quête d’un objectif de recherche provisoire. l’objectif se renouvelle de lui-même si le chercheur le souhaite. de toutes manières, il n’est pas seul dans son domaine intellectuel - domaine qui ne constitue qu’une partie infime de l’existence.

 

l’éros de la recherche a une composante endogène, et peut-être aussi une composante auto-érotique : c’est l’envie de s’auto-développer.

 

la composante endogène cherche un commanditaire qu’elle doit énoncer elle-même ; pour la composante exogène, la commande s’échappe et devient autonome de par l’agir de l’éros de la recherche.

 

ce vecteur de plaisir est déterminé par la palpation des potentiels et par l’abandon provisoire de toute prise de décision. la recherche combinée avec la découverte constitue la base du plaisir. l’objectif peut attendre.

 

selon la matière étudiée, l’atteinte de l’objectif peut se matérialiser en une formule indiscutable, définitive, ou par la description de variantes.

 

 

pour les sciences conventionnelles, l’idéal c’est d’arriver à une formule cohérente ; la recherche visuelle est à même de proposer en séries différentes solutions qui se valent parce qu’il n’existe pas seulement une vérité, ou ce qui pourrait s’en approcher. par-delà la série, une seule solution visuelle demeure. à la fin, il y a l’image / le film / le texte / la formule. les variantes, c’était avant : elles ont jalonné la traversée du jardin des délices

 

Arnulf Rohsmann, forschung und eros, 2019.

Traduction allemand-français par AMG/AMG Traduction.

 

Arnulf Rohsmann, historien d’art et auteur scientifique, Professeur d’art moderne aux universités de Graz, Klagenfurt et Linz, Directeur de la Kärntner Landesgalerie de 1987 à 2002. Parmi de nombreuses publications, auteur de Manifestationsmöglichkeiten von Zeit in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts, Olms et Zeit/Los, Zur Kunstgeschichte der Zeit, Kunst Halle Krems, Dumont.

Arnulf Rohsmann

regina hübner / research and eros

1.

dear cell engages personally with something that exists corporeally within each and every one – and more generally, within all organisms – but which we know more or less nothing about.

 

a cell is incredibly small and discreet, only revealing itself under the scrutiny of machines and media of one kind or another. yet it is also a mechanism which exerts control – all the more so when unnoticed. and it feels free to fulfil its task, regardless of being detected or not by an observant subject.

 

it is irrelevant whether it leads its life in an inorganic or organic environment, such as in a photosensitive selenium cell or a fat-sensitive liver cell: one stores, regulates and potentially memorizes; the other is able to develop its own initiative, in that it hands out instructions without being asked to do so.

 

using dear to address this object of interest opens up the possibility of establishing a dialogue with and about an optically, chemically and mathematically identifiable object, which cannot be perceived by the human senses alone.

 

what begins as kindly interest turns into a research imperative, accompanied by research eros.

 

a research imperative is often steered by an order giver, as is the case in applied sciences. to a certain extent, this imperative also comes from the researcher’s own urge to know.

 

research eros has got a vague impetus. it works by scanning the area of observation, then selectively intensifies the researcher´s interests till the focused matter is turned into a burning object. that is the crucial twist.

 

2.

 

visual research is based on watching which first seems to be unpragmatic and without any explicit research objects.

 

reflective research involves things that already exist and is therefore retrospective.

 

visual research focuses on recording the here and now. the visual transformation process has an underlying structure, which may not be apparent to the observer straight away and needs to be decrypted – as is the case in other works by regina hübner.

 

visual research is predominantly non-verbal and non-discursive. consequently, it tends to be rather fuzzy until it is transformed into an image product. the process of stabilising and fixing this end statement comes later.

 

visual research is a projective work reserving for itself a high grade frankness and artificial wording as it shows interest in the unknown. subsequently, the problem is how to realize a specific visual statement about the unknown and partly immaterial matter.

 

scientific research generally studies something that already exists, with a few exceptions, such as bacteria culture or cell growth, which are monitored as they evolve.

 

in contrast, visual research generates something new and observes it in its nascent state – in statu nascendi.

 

the incentive arrives before the concept and the analysis, setting the flywheel of research humming before it starts to turn: it is antagonistic.

 

things waiting to be given some kind of visual, discursive or formula-based shape or form secretly build up.

 

this intentional build-up comes from encountering an initially unknown quantity. it stirs up a desire for what might be – forse che sì, forse che no.

 

3.

 

dear cell describes the emotional and dialogical aspects of this work by regina hübner.

 

the emotional aspect lies in the tentative appeal and the anticipation of the outcome; the dialogical aspect refers to a private letter to a recipient not yet officially known, whose reply either remains fictitious and can only be guessed at, or is conclusive.

 

the dialogue leads to a yearning for the other half, the reply. this contradictio in adverso, or tension, is key to guaranteeing the supply of project questions in science. this is reflected by the open research approach which tries to predict the object’s response.

 

the recipient is a cell – but which one? take your pick.

 

at first, the recipient can only be approached in terms of categories, or at best, in terms of so-called standard setting. only deviation from the norm and the standard representation lets the recipient stand out from the crowd and be brought into sharp focus.

 

the question is: what can constructively bridge the gap between the concrete question asked in the letter and the fictitious reply to enable a discussion to take place?

 

as soon as the letter´s message has been mailed it´s out of control like a bullet leaving it’s barrel. at best it will find a place containing a potential that is ready to respond on a matching stylistic level.

 

the desired answer fulfils the sender´s wish and represents the remnants of poetry in scientific research as well. it is research´s non finito. finito would mean stagnation.

 

it expresses the sender’s wish and rings with the last remnants of poetry that research can offer. it is the non finito of science as such, as opposed to the stagnant finito.

 

the hoped-for reply is open-ended because its shape and form remain slightly elusive and hard to prove. besides, the desired partner formulating the reply is hard to pin down and nigh on anonymous.

 

an open reply makes it possible to think freely, unburdened by the institutional powers that be.

 

how much time does visual research need? how does it shift towards discursively mediated research? what are the mechanisms involved in this shift?

 

what are the strategies for giving weight to visual arguments in discursive and analytical debates? which holds sway – rhetoric or image? how can we move on? both the end image and the rhetoric are clear in the mind’s eye.

 

research eros consists of approaching an object that is neutral, at first, and which then becomes treasured and observable. it can take possession of the object, without consent or mutual understanding. this effectively means that the observed object cannot protest and is in a position of potential rape. this would mark the end of eros.

 

eros is the attraction for researchers, be they scientific or visual – it is irrelevant. eros always focuses on the future; it never looks back. it is a process within science. the search for a temporary research objective is petty bourgeois. objectives are renewed as the researcher sets themselves new tasks. besides, eros is not simply restricted to the intellectual plane, which is but a small part of the wider existential plane.

 

research eros consists of an endogenous component, and perhaps also an autoerotic one – the desire for self-development.

 

this pleasure factor comes from toying with the possibilities and temporarily holding back on decisions. desire is kindled by the process of searching and discovering. the objective can wait until later.

 

depending on the subject area, the objective may be crystal clear or may come as a whole range of possibilities.

 

conventional sciences prefer a clear-cut structure; visual research is happy to propose a whole series of comparable solutions because there is no single truth, whatever we consider that to be. Series aside, there can only be one visual solution left in the end: an image, a film, a text, a formula. The time for “other possibilities” is over; they served to beckon the way through the garden of delights

 

Arnulf Rohsmann, forschung und eros, November 2019.

 

Arnulf Rohsmann, art historian and scientific author. Professor of Modern Art at the Universities of Graz, Klagenfurt and Linz, Director of the Kärntner Landesgalerie from 1987 to 2002. Among numerous publications, author of Manifestationsmöglichkeiten von Zeit in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts, Olms and Zeit/Los, Zur Kunstgeschichte der Zeit, Kunst Halle Krems, Dumont.